Bei Telepolis findet sich heuer ein interessanter Artikel zu dem US-amerikanischen Architekten Michael Reynolds, der selbstversorgende Häuser aus Abfällen baut. Die Idee, mit Plastikflaschen und alten Autoreifen zu bauen, finde ich soweit ganz witzig, viel spannender sind in meinen Augen aber die Konzepte zur Selbstversorgung. Die Häuser werden mit Solarzellen und Windkraftanlagen mit Strom versorgt, parallel dazu werden Regenwasser und Schnee aufgefangen, aufbereitet und zum Waschen etc. verwendet. Sogar Nahrung kann im Haus angebaut werden. Zu einem neugebauten Haus meinte der Architekt: “Eine vierköpfige Familie könnte hier überleben, ohne zu einem Geschäft gehen zu müssen.”
So ganz glaube ich die Aussage zwar nicht, denn was ist zum Beispiel mit Sachen wie Salz, Kaffee, Schokolade, usw., die man eben nicht zuhause anbauen kann. Und die Zuckerrübenplantage im Keller möchte ich mal sehen, die meinen Zuckerkonsum deckt. Und was ist mit Fleisch und Milch? Da muß das Haus schon ziemlich groß sein.
Architektonisch sind die Gebäude schon ziemlich reizvoll, auch wenn ich nicht zwischen Autoreifen leben wollte. Ziegel und Holz sind mir da angenehmer. Aber mir gefällt, wie die Häuser in die Landschaft eingearbeitet sind. Das erinnert an Frank Lloyd Wright. Bei einem Bild mußte ich auch an die Wohngebäude auf Tatooine aus Star Wars denken (da wo Luke Skywalker gewohnt hat, bevor die Imperialen zu Besuch kamen).
Mich stört auch der Gedanke, dass die Häuser aus Dingen errichtet werden, die in einer “in Einklang mit der Natur lebenden Menschheit” eigentlich nicht vorhanden sein dürften. Plastikflaschen? Die in grob geschätzt 2,5 Mio. Jahren frühestens verrottet sein werden? Wenn schon, sollte der Architekt wirklich natürliche Baumaterialien verwenden. Wobei es wahrscheinlich sinnvoller ist, Plastikflaschen zum Hausbau zu nutzen, als sie auf irgendwelchen Müllhalden abzuladen. Sieht ja auch schöner aus.

