Alternatives Wohnen

Veröffentlicht in Betrachtungen am 31. Mai 2008 von stevens1976

Bei Telepolis findet sich heuer ein interessanter Artikel zu dem US-amerikanischen Architekten Michael Reynolds, der selbstversorgende Häuser aus Abfällen baut. Die Idee, mit Plastikflaschen und alten Autoreifen zu bauen, finde ich soweit ganz witzig, viel spannender sind in meinen Augen aber die Konzepte zur Selbstversorgung. Die Häuser werden mit Solarzellen und Windkraftanlagen mit Strom versorgt, parallel dazu werden Regenwasser und Schnee aufgefangen, aufbereitet und zum Waschen etc. verwendet. Sogar Nahrung kann im Haus angebaut werden. Zu einem neugebauten Haus meinte der Architekt: “Eine vierköpfige Familie könnte hier überleben, ohne zu einem Geschäft gehen zu müssen.”

So ganz glaube ich die Aussage zwar nicht, denn was ist zum Beispiel mit Sachen wie Salz, Kaffee, Schokolade, usw., die man eben nicht zuhause anbauen kann. Und die Zuckerrübenplantage im Keller möchte ich mal sehen, die meinen Zuckerkonsum deckt. Und was ist mit Fleisch und Milch? Da muß das Haus schon ziemlich groß sein.

Architektonisch sind die Gebäude schon ziemlich reizvoll, auch wenn ich nicht zwischen Autoreifen leben wollte. Ziegel und Holz sind mir da angenehmer. Aber mir gefällt, wie die Häuser in die Landschaft eingearbeitet sind. Das erinnert an Frank Lloyd Wright. Bei einem Bild mußte ich auch an die Wohngebäude auf Tatooine aus Star Wars denken (da wo Luke Skywalker gewohnt hat, bevor die Imperialen zu Besuch kamen).

Mich stört auch der Gedanke, dass die Häuser aus Dingen errichtet werden, die in einer “in Einklang mit der Natur lebenden Menschheit” eigentlich nicht vorhanden sein dürften. Plastikflaschen? Die in grob geschätzt 2,5 Mio. Jahren frühestens verrottet sein werden? Wenn schon, sollte der Architekt wirklich natürliche Baumaterialien verwenden. Wobei es wahrscheinlich sinnvoller ist, Plastikflaschen zum Hausbau zu nutzen, als sie auf irgendwelchen Müllhalden abzuladen. Sieht ja auch schöner aus.

Neues vom Biosprit

Veröffentlicht in Peak-Oil am 29. Mai 2008 von stevens1976

Das man mit Alkohol als Treibstoff anständige Leistungen erreichen kann, haben gerade ein paar britische Oberschüler zusammen mit dem Motorradhersteller Triumph bewiesen. Immerhin 255 km/h erreichte die Triumph Daytona auf der Teststrecke. Und die einzigen Veränderungen waren “Eine Anpassung des Kennfeldes der Zündung und der Gemischaufbereitung…” Wenn ich das richtig verstehe, bedeutet das, dass der Zündzeitpunkt angepasst und der Vergaser bzw. die Einspritzung neu eingestellt werden muß. Wahrscheinlich mußten die Benzinschläuche auch getauscht werden, da Ethanol bekanntlich Kunststoffe angreift. Aber vielleicht hat man sich das für den Test auch gespart.

Jedenfalls wird deutlich, dass das alles nicht so richtig aufwendig ist. Um so peinlicher wirkt das Geheul der Autoindustrie vor ein paar Wochen, als es um die Freigabe von Benzin mit Ethanolbemischung ging. Vermutlich hat die Mineralölindustrie hinter den Kulissen an ein paar Fäden gezogen.

Dazu passt, dass das schwedische Unternehmen SEKAB gerade seine komplette Schöpfungskette auf Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit getrimmt hat. Das kann natürlich Marketinggeschurbel sein. Aber ein unabhängiges Unternehmen soll halbjährlich prüfen, ob das alles seine Richtigkeit hat. Nun, das lässt zumindest hoffen.

Interessant fand ich die Bemerkung, dass die Ernte mindestens zu 30% mechanisiert sein soll und bis 2014 sogar zu 100%. Ein kleiner Exkurs: Es gab oder gibt Bemühungen, in Entwicklungsländern eine angepasste Struktur zu entwickeln. Nach dem Motto: “Viele Leute, wenig Kapital, also gebt ihnen Schaufeln statt Baggern. Damit können die sowieso nicht umgehen.” Klingt erst mal ganz logisch, ist aber Blödsinn. Wenn man langfristig was erreichen will, muß die Produktivität steigen. Gerade in der Landwirtschaft. Eine immer höhere Technisierung ist also Pflicht, wenn man sich am Schopf aus dem Sumpf ziehen will.

Brasiliens Zuckerindustrie ist schon produktiver und damit günstiger als alles, was Europa zu bieten hat. 2005 hat Brasilien knapp 25 Mio. Tonnen Zucker produziert. Deutschland lediglich etwas über 4 Mio. Tonnen (Quelle: Handelsblatt). Wenn die Technik noch weiter verbreitet wird und damit die Produktivität in den Himmel schiesst, und die EU endlich ihre Zuckersubventionen einstellt, können wir bald ganz auf Ethanoltreibstoffe umsteigen. Technisch ist das jedenfalls kein Problem.

Ökokraftwerke in Bürgerhand…

Veröffentlicht in Energiepolitik am 26. Mai 2008 von stevens1976

Fast möchte man es “wirklich demokratischen Kapitalismus” nennen. Da geht eine bayerische Gemeinde hin und sammelt kräftig Startkapital, um damit ein eigenes Windkraftrad zu errichten. Ganz billig war die Angelegenheit nicht, rund 2 Mio. Euro hat es gekostet. Aber dafür kann man zusehen, bildlich zusehen, wie die Rendite wieder hereinfließt. Oder hereinströmt. Noch besser, hereinweht. Na, genug der Kalauer.

Aber die Bayern sind nicht die Einzigen. Gleiches gibt es in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Bremen soll künftig sogar ein Wasserkraftwerk mit Bürgerbeteiligung gebaut werden. Interessant dabei ist, dass sich dabei null Proteste seitens der Anwohner erheben. Klar, wenn damit Geld in die eigene Kasse gespült (geweht?) wird, sagt keiner was.

Aber da gehen doch noch andere Sachen. Was ist denn mit Blockkraftwerken, Kraft-Wärme-Kupplung, Biogas oder Biokraftstoffen? Da bieten sich Möglichkeiten ohne Ende. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gibt es doch genügend 1A-Flächen dafür. Das hält Arbeit und Rendite im Land.

Hier ist der Link zum entsprechenden Artikel auf Spiegel Online.

Peak Oil

Veröffentlicht in Peak-Oil am 23. Mai 2008 von stevens1976

Es ist soweit. Endlich ist in vielen Köpfen die Nachricht angekommen, dass das Erdöl wirklich zuende geht. Eine Studie der Energy Watch Group belegt, dass schon 2006 der höchste Ölförderstand erreicht wurde (ein entsprechender Spiegel-Artikel findet sich hier). Jetzt geht es nur noch bergab. Und wie ist die Reaktion? Angst. Das ist verständlich. Alles, was vom Erdöl abhängt, wird teurer. Das betrifft sämtliche Lebensmittel, da Dünger hauptsächlich aus Erdöl hergestellt wird und da die Rohstoffe zur Fabrik und anschließend die Fertigwaren in den Supermarkt transportiert werden müssen, das betrifft preiswerte Kleidung aus China, Indien und Pakistan und Playstations aus China. Nicht zuletzt betrifft es auch die eigene warme Wohnung. Öl- und Gasheizungen werden sich wohl bald nicht mehr rentieren.

Aber hoffnungslos ist die Lage auch nicht gerade. Wohl dem, der künftig einen Garten hat. Obst und Gemüse aus eigenem Anbau rechnen sich möglicherweise bald wieder. Sonnenkollektoren aufs Dach, eine neue Wärmeschutzverglasung, das Haus vernünftig dämmen oder ein Windrad in den Garten stellen. Kann man alles machen. Wochenendtrip nach Prag oder Rom? Wie wäre es anstelle dessen mit einer Radtour zum nächstgelegenen See?

Man sollte die ganze Geschichte als Chance begreifen, nicht als Risiko. Und einige Elektroautos sehen auch gar nicht so schlecht aus. Man könnte sie direkt per Windrad “betanken”! F*ck You, Shell, BP und Konsorten.

Was bin ich froh, kein Auto zu haben!

Veröffentlicht in Peak-Oil am 10. Mai 2008 von stevens1976

Bei DEN Spritpreisen? Mehr als 1,50 Euro pro Liter. Ok, man hat nicht immer die Wahl, insbesondere wenn man am Arm der Heide wohnt :-)

Ein bisschen komisch sind die lieben Autofahrer ja schon. Gestern auf der Autobahn waren doch ziemlich viele der Meinung, dass 180 km/h eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit seien. Wieso bloß? Der nächste LKW wartete doch gleich hinter der nächsten Kurve. Absolut hirnrissig!

Jedenfalls, was die Spritpreise betrifft muß man doch mal nach Alternativen suchen. Wie wäre es denn hiermit? Fiat Panda Panda (der heißt wirklich so, ich hab mich nicht vertippt) mit Erdgas. Da tankt man für rund die Hälfte, sprich derzeit ca. 75 Cent. Ja klar, das Teil sieht absolut schmächtig aus und zieht keine Wurst vom Teller. 52 PS bei Erdgasbetrieb, in 19 Sekunden von 0 auf 100, Spitze liegt bei 140 km/h. Da kannst du auf der Promenade auf Sylt nicht imponieren. Also nichts für Leute, die eine automobile Penisverlängerung brauchen. Aber er bringt einen von A nach B zu kleinem Preis.

Man kann natürlich auch seinen Benziner auf LPG (Liquid Petroleum Gas) umrüsten lassen. Das soll runde 3.000 Euro kosten, je nachdem, wo man das machen lässt. Natürlich kann man für das Geld eine Menge Benzin kaufen. Aber ich schätze, das rechnet sich ziemlich schnell. Benzin wird schließlich nicht billiger.

Oder doch gleich ein Elektroauto? Da würden sich ein Windrad hinten im Garten und ein paar Solarzellen auf dem Dach gut machen. Hm.

Open-Source-Car?

Veröffentlicht in Betrachtungen am 6. Mai 2008 von stevens1976

Ein Artikel in der Welt beschäftigt sich OSCar, dem Open-Source-Car. Ich weiß nicht, ob das Projekt eine Homepage hat, es gibt da zwar was (hier), aber das sieht nicht so richtig nach dem Artikel aus. Wenn das Auto soweit gediehen ist, wie im Beitrag beschrieben, scheint die Webseite nicht auf dem neuesten Stand zu sein. Oder bin ich nur zu blind?

Leider wird im Artikel nicht besonders deutlich, wo die Open-Source-Idee liegt. Ist das jetzt so zu verstehen, dass eine Reihe freier Entwickler Gehirnschmalz zum Auto geliefert haben? Und wer hat das Vorzeige-Auto nun gebaut?

Im Bereich Software kann ich den Open-Source-Gedanken gut verstehen. Eine Menge Ideen, die zusammenkommen, kanalisiert und umgesetzt werden. Ein Prozeß, sozusagen. Jeder, der Code schreibt und sich daran beteiligt, trägt quasi zum Produkt bei. Im Gegensatz zu einem Auto, wo nach einer Entwicklerphase die Produktion kommt. Und da hört für mich Open-Source irgendwie auf. Laut Wikipedia wird Open Source wie folgt definiert:

1. Die Software (d. h. der Quelltext) liegt in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vor.

2. Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden.

3. Die Software darf verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden.

Bezogen auf Open Hardware bedeutet das, “freien Zugang zu allen Informationen, eine entsprechende Hardware herzustellen”.

Ich meine, das ist ja alles gut und schön, aber im Gegensatz zu Software kann eben nicht jeder an Open Hardware herumbasteln. Dazu braucht es ein Unternehmen (wie auch immer geartet), das in der Lage ist, diese Hardware herzustellen. Im Falle von OScar wohl eben einen Autohersteller. Und den Burschen traue ich nicht. Werden die dann Lizenzgebühren bezahlen? Oder verleibt der Hersteller sich die Pläne ein, geht nochmal mit seinen Ingenieuren drüber und verkauft das Auto dann als Eigenentwicklung? Zu Open Source gehört halt auch die Bereitschaft, im Gegenzug wieder etwas an die Community zurückzugeben. Das geht mit Software definitiv einfacher als mit Hardware.

Grundsätzlich finde ich die Idee gut. Aber als freier Entwickler hätte ich Angst, dass sich jemand die Früchte meiner Arbeit einverleibt und damit Reibach macht.

Soldaten der Zukunft?

Veröffentlicht in Betrachtungen am 4. Mai 2008 von stevens1976


Pünktlich zur Premiere von “Iron Man” will die Firma Raytheon sich die Filmwerbung zunutze machen und stellt ihr Konzept für ein Exoskelett vor. Wenn es nach dem Willen der Schöpfer geht, werden in näherer Zukunft alle US-Soldaten mit so einem Ding rumlaufen, um damit ihre Stärke, Ausdauer und Beweglichkeit zu vergrößern. Zitat: “Made of a combination of sensors, actuators and controllers, the futuristic suit enables a test engineer to easily carry a man on his back or lift 200 pounds several hundred times without tiring. Yet, it is agile enough to play soccer and climb stairs and ramps without issue. The suit is being developed for the U.S. Army.

Wahnsinn. Ich bin begeistert. Die Visionen von Robert A. Heinlein werden Wirklichkeit. Lustig finde ich dabei nur den coolen Macker mit Kittel und Sonnenbrille links im Hintergrund, der da offensichtlich ein verdammt dickes Kabel in Händen hält. Vermutlich die Stromversorgung und die Verbindung zum Großrechner, welcher die nötigen Berechnungen anstellt. Das kann man, zumindest momentan, nämlich nicht in so einen Anzug integrieren.

Die 200 Pfund, die man so mühelos heben kann, werden wahrscheinlich das Gewicht der Akkus sein, die man auf dem Rücken trägt. Und was passiert, wenn die Akkus leer werden? So mitten auf dem Schlachtfeld? Die Motoren in dem Anzug ziehen sicher massig Saft und da werden die Akkus nicht lange halten. Das bedeutet, die GIs, die künftig das Ding tragen sollen, werden immer schön neben dem HMMWV herlaufen müssen, in dem sich die Batterien und die Computer befinden. Wo bleibt denn da die Beweglichkeit?

Mein Tipp an alle “Freiheitskämpfer”, die sich irgendwann mit diesen “Iron Men” konfrontiert sehen: Bolzenschneider. Und die Handschuhe nicht vergessen, wegen der Arbeitssicherheit.

Wegwerf-Handys?

Veröffentlicht in Betrachtungen am 13. April 2008 von stevens1976

Vom Handyweitwurf habe ich ja schon gehört. Mit einigen Geräten, die ich besessen habe, hätte ich daran auch gerne teilgenommen. In USA (wo auch sonst?) gibt es seit geraumer Zeit Einweg-Handys. Man kauft so ein Ding und wenn das Guthaben abtelefoniert ist, fliegt es auf den Müll. Hier ist ein Link zum Hersteller Hop-On. Heute wurde bekanntgegeben, dass ein nicht genannter Auftraggeber 10.000 Stück für Deutschland zum Testen geordert hat.

Ich frag mich ernsthaft, wozu so ein Ding gut sein soll. Ständig eine neue Telefonnummer, die man dem großen Bekanntenkreis jeweils mitteilen muß. Man sieht nicht, wer einen anruft, weil das Ding kein Display hat. Keine herunterladbaren Klingeltöne und eingebauten Digicams! Das ist für manche Benutzer das Wichtigste überhaupt (ich begegne denen immer wieder in der Bahn).

Mal abgesehen davon, dass die Biester die Müllberge auch nicht kleiner machen. Oh, Moment, was schreibt der Hersteller? “The lack of contracts make Hop-on’s disposable phone an affordable option for the credit challenged and the environmentally conscious will be happy to know that the disposable phone is easily recycled for a rebate reward from Hop-on.” Credit challenged? Umgangssprachlich würde ich das mit “die finanziell Herausgeforderten” übersetzen. Sind das die Leute, die im Lauf der letzten Monate ihre Hauskreditraten nicht mehr bezahlen konnten? Zugegeben, der Markt ist RIESIG. Und das Gerät ist recyclebar? Na, dann…

Geiler Schlitten – Aber wer kauft das?

Veröffentlicht in Peak-Oil am 7. April 2008 von stevens1976

Ich las heute, dass der Tesla-Roadster ab dem dritten Quartal 2009 auch offiziell in Europa erhältlich sein soll. Das kleine Schmuckstück wird von einem Elektromotor mit 285PS angetrieben, hat eine Reichweite von ungefähr 350km und beschleunigt mal eben in 4 Sekunden von 0 auf 100. Die Energie wird in genau 6.831 Akkus gespeichert, die sonst in Laptops verbaut werden. Das Auto sieht übrigens deshalb einem Lotus Elise so ähnlich, weil Lotus am Design beteiligt war und auch die Karosserie anfertigt. (Danke an Wikipedia für diese Informationen).

Blöd ist allerdings, dass der Roadster in USA knapp 100.000 Dollar kostet und hier in Europa 100.000 Euro. Mal abgesehen davon, dass 100.000 Euro derzeit beim besten Willen nicht 100.000 Dollar entsprechen, frage ich mich, wer das kauft? Interessiert sich jemand, der 100.000 Euro/Dollar für ein Auto ausgibt, wirklich dafür, was der Treibstoff kostet? Dem kann doch schnurzegal egal, ob er für 60 Euro Benzin tankt oder 9 Euro für einmal aufladen bezahlt. Das sieht man doch an den ganzen SUV, die durch die Gegend schippern.

Aber es scheint zu funktionieren. Tesla behauptet, die gesamte Produktion von 2008 sei bereits verkauft. Da interessiert mich wirklich brennend, wer die Kundschaft ist. Reiche Early-Adopters mit Umweltbewußtsein?

Solartaugliche Dächer

Veröffentlicht in Energiepolitik am 6. April 2008 von stevens1976

Ich hatte ja schon mal darüber berichtet, dass man in Marburg darüber nachdenkt, die Hausbesitzer zur Installation einer Solaranlage zu zwingen. Ich finds gut. Wenn ich Hausbesitzer wäre, müsste mich keiner dazu zwingen. Wie das staatsrechtlich aussieht, muß man natürlich diskutieren. Immerhin ist das ein massiver Eingriff in die Privatsphäre. Und ich wette, es gibt genügend Idioten, die damit sofort zum Verfassungsgerichtet rennen. Nur aus Prinzip.

In Osnabrück hat man bezüglich der Solaranlagen eine hübsche Idee gehabt. Man hat per Flugzeug die gesamte Stadt gescannt und aus diesen Daten die Ausrichtung und Neigung aller Dachflächen berechnet. Anschließend wurde simuliert, wie hoch die Sonneneinstrahlung für jedes Dach ist und das Ganze auf einer Karte eingetragen. Jetzt kann jeder Hausbesitzer in Osnabrück sehen, ob es sich lohnt, sein Dach mit einer Solaranlage auszurüsten.

Vielleicht sollte Marburg das auch machen. Dann hätte man Argumente in der Hand und könnte jedem Hausbesitzer ausrechnen, was er an seiner Solaranlage verdienen könnte. Ihm oder ihr gewissermassen eine Mohrrübe vor die Nase hängen. Mein Tipp: Mal mit der Universität Osnabrück reden, die haben schonmal solche Daten berechnet und Simulationen durchgeführt.

Die Daten für Osnabrück finden sich übrigens hier: http://geodaten.osnabrueck.de/website/SunArea/viewer.htm