Archiv für Februar, 2008

Manager wollen uns nur ausnutzen

Veröffentlicht in Betrachtungen am 29. Februar 2008 von stevens1976

Wir sind wieder bei der Jobdebatte von gestern. Nicht nur der Herr Wend fühlte sich berufen, auch Roland Koch möchte etwas Kritik anmelden. „Was ich der deutschen Wirtschaft vorwerfe, ist, dass sie ihre Kreativität nicht ausreichend nutzt, hier neue Arbeitplätze zu schaffen statt irgendwo auf der Welt“, sagte er der „Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen“. Mensch, Herr Koch, was erwarten Sie eigentlich vom Kapitalismus? Kreativität, um Arbeitsplätze zu schaffen? Was haben Sie eigentlich studiert? Ah, Rechtswissenschaft, spezialisiert auf Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht. Interessant. Sie haben also von Ökonomie nicht so viel Ahnung, nehme ich an.

Warum, Herr Koch, sollte jemand seine Kreativität dazu benützen, in Deutschland Arbeitsplätze zu schaffen? Das macht er nur, wenn er sich etwas davon versprechen kann. Also weil es hier z. B. Fachkräfte gibt, die er nirgendwo sonst günstiger bekommen kann. Ach, wie blöd, Sie haben ja dafür gesorgt, dass in Hessen hohe Studiengebühren erhoben werden. Na, damit kriegen Sie aber keine Fachkräfte ausgebildet. Das Studium kann sich so doch kaum jemand leisten. Ich glaube fast, im juristischen Studiengang wird das Denken in größeren Zusammenhängen nicht gelehrt.

Was motiviert denn einen Manager? Gutes zu tun? Menschen in seinem Land zu helfen? Pünktlich und regelmäßig seine Steuern zu zahlen? Oder sind es eher so Dinge wie Geld zu verdienen und gut zu leben? Und ein Manager verdient logischerweise nur dann Geld, wenn er seiner Firma zu Umsätzen und Gewinnen verhilft. Da ist seine Kreativität gefragt, nirgendwo sonst. Wenn er das nicht täte, wäre seine Firma ganz schnell pleite und er würde von den Aktionären vor die Tür gesetzt.

Ich will nicht bestreiten, dass viele Unternehmer nicht in so absoluten Bahnen denken und vielleicht sogar im Rahmen ihrer Möglichkeiten Dinge für das Gemeinwohl tun. Aber die Aktionäre sind so undankbar. Die wollen einfach nur Geld verdienen. Rendite, Rendite, Rendite…

Traurig, nicht wahr?

Oh, übrigens fand ich diesen Satz sehr schön: „Der Abbau von Arbeitsplätzen wird dann nur noch einseitig gesehen, und das schadet auch der Bereitschaft der Menschen, bestimmte politische Prozesse zu akzeptieren, die der Wirtschaft helfen.“ Klingt gut. Meinen Sie sowas wie das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen?

Manager sind böse

Veröffentlicht in Betrachtungen am 28. Februar 2008 von stevens1976

Ja, wirklich! Erst fährt das Pack Millionengewinne ein und erholt sich vom Streß an exklusiven Orten wie Vaduz in Liechtenstein und dann wollen sie auf dem Altar des Shareholdervalue auch noch ganz viele Arbeitnehmer opfern, sprich entlassen. BMW, Henkel und Siemens machen es gerade vor. Die Dresdner Bank hat das schon längst durchgezogen.

Das schreit natürlich nach einer neuen Job-Debatte und dankbare Politiker greifen das Thema gerade frohgemut auf. Da stellt sich die Frage, was diese Gartenzwerge eigentlich bezwecken wollen? „Du, du, du!!!“ rufen in der Hoffnung, ihre Wählerstimmen zu erhalten oder gar neue zu bekommen? Neue Gesetze, die Managern das Reichsein verbieten? Sagen wir, für jeden Entlassenen wird 0,1 Prozent vom Manager-Jahresgehalt kassiert? Das ist doch kurzsichtige Rumflickerei, die rein gar nichts bezwecken wird. Was sagen Sie, Herr Wend? „Wir müssen Anreize setzen, um kurzfristige Spekulationen zu reduzieren.“ Wow, Wahnsinn. Das hat Ihr Redenschreiber doch bestimmt als Autotext in Wort hinterlegt, oder? „Wir sollten die Bezahlung von Managern mit Aktienoptionen begrenzen“, fordern Sie weiter. „Zudem müsse überlegt werden, die Spekulationsfrist für Aktien zu verlängern und das Stimmrecht für Aktionäre an die Haltefrist zu knüpfen.“ Mensch, Herr Wend, ich bin begeistert. Ehrlich. Und Sie meinen, damit verhindern Sie, dass demnächst grob geschätzt 15.000 Leute ihre Jobs verlieren? Meinen Sie das? Oder sind Sie nur auf Stimmenfang aus? Wissen Sie, was Manager und Politiker gemein haben? Beide denken kurzfristig. Der eine bis zur nächsten Wahl, der andere bis zur nächsten Aktionärsversammlung. Das ist gleichsam systemimmanent. Also, was sind Ihre wahren Motive?

Wenn Sie wirklich etwas ändern wollen, schlage ich als ersten Schritt vor, Sie lesen dieses Buch hier: „Superkapitalismus“, Reich, Robert, Campus Verlag, 2008. Da finden Sie ein paar Antworten, warum das nicht so einfach ist. Und dass Sie mit ein paar halbherzigen Änderungen bezüglich der Aktienoptionen eher nichts ausrichten werden. Alle, die das Buch gerade nicht kaufen können oder wollen, lesen hier eine Rezension. Hier findet sich ein entsprechendes Interview.

Bergbau im Saarland

Veröffentlicht in Energiepolitik am 26. Februar 2008 von stevens1976

Das Hamburger Abendblatt berichtet heute über die Nachwirkungen des Grubenbebens in Ensdorf im Saarland vom Wochenende. Wie es aussieht, bleibt der Abbaustop dauerhaft. Entsprechend zittern die umliegenden Kraftwerke schon um ihre Kohlelieferungen. Von den Arbeitnehmern, die dort demnächst ihre Jobs verlieren werden, ganz zu schweigen. Das betrifft direkt wohl 5.000 Beschäftigte, wobei indirekt noch mal 5.000 aus Zulieferbetrieben und abhängigen Unternehmen betroffen sein sollen. Also etwa 10.000 Leute, die sich um neue Jobs kümmern müssen.

Es ist kein Vergnügen, arbeitslos zu sein. Wenn man ein berufliches Profil hat, dass anderweitig benötigt wird, kann man noch von Glück sprechen. Aber was ist mit den tatsächlichen Bergarbeitern? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Jungs in absehbarer Zeit einen neuen Job finden. Ich hoffe, die dortigen Behörden entwickeln ein paar vernünftige Pläne, wie man die Leute einigermaßen schnell und sinnvoll wieder in Lohn und Brot bekommt. Dass das mit einigen persönlichen Einschnitten verbunden ist, braucht man nicht zu diskutieren.

Andererseits freue ich mich aber auch darüber, dass dort keine Kohle mehr gefördert wird. Ein Grund mehr, mit dem dringend nötigen Umbau der Energieversorgung fortzufahren. Von dem CO2, das jetzt nicht mehr in die Luft geblasen wird, will ich gar nicht anfangen. Aber es gibt noch einen Punkt: die Subventionierung des Kohlebergbaus. Die FAZ hat dazu ein paar Zahlen in petto. Demnach sollen zwischen 2009 und 2018 22 Milliarden Euro dafür bereitsgestellt werden. Das ist eine Menge Geld um die Kosten für den Bergbau in Deutschland auf Weltmarktniveau zu drücken. 22 Milliarden Euro Steuergelder. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Während die FAZ von der Förderung des „schwarzen Goldes“ schwärmt, wäre mir lieber, man würde nach vorne sehen und den Zombie „Kohlebergbau“ endlich beerdigen!

Indirekte Emissionen

Veröffentlicht in CO2 am 24. Februar 2008 von stevens1976

Ich fand gestern eine interessante Studie über den CO2-Ausstoß von Atomkraftwerken. Natürlich wird der eine oder andere jetzt einwenden: „Atomkraftwerke stoßen überhaupt keine CO2 aus!!!“Äh, doch, tun sie! Nicht direkt, sondern indirekt. Durch den Abbau und die Aufbereitung von Uran zu Brennstäben, den entsprechenden Transport, den Bau des Werks (Beton, Stahl, Kupfer) usw. Die Studie betrachtet dabei den gesamten Lebenszyklus des AKWs, nicht nur die Stromerzeugung allein. Untersucht wurden dabei die direkten Wirkungen aus den Prozessen, die indirekten Wirkungen der Hilfsinputs und die indirekten Wirkungen durch die Herstellung von Materialien, die zum Bau verwendet werden. Diese drei Wirkungen entstehen dabei nicht nacheinander, sondern sind auch miteinander verknüpft.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass pro im AKW erzeugter Kilowattstunde in Deutschland ein CO2-Ausstoß von 32g entsteht. In Frankreich sind es lediglich 8g, in Russland hingegen 65g. Die USA liegen bei 61g. Das ist natürlich vergleichsweise wenig, wenn man das Ergebnis für Braunkohlekraftwerke i. H. v. 1.153g/KWh danebenlegt. Ein Offshore-Windkraftpark liegt übrigens bei 23g/KWh. Diese Werte beinhalten übrigens auch andere Treibhausgase, die als CO2-Äquivalente umgerechnet wurden.

Der letzte Abschnitt der Studie befasst sich mit den Treibhausgas-Vermeidungskosten. Das sind die Kosten für den Aufwand, der entsteht, wenn man die Treibhausgase wirksam bekämpfen will, die Kraftwerke ausstoßen. Dabei zeigt sich, dass erneuerbare Energien wettbewerbsfähiger sind als Atomstrom.

Man kann wohl davon ausgehen, dass die CO2-Emissionen von erneuerbaren Energien künftig weiter sinken, wenn weitere Teile der Prozesskette eben auf erneuerbare Energien umschwenken.

Thandie Newton fährt einen Toyota Prius

Veröffentlicht in Peak-Oil am 22. Februar 2008 von stevens1976

Ja, schön, aber wer ist Thandie Newton, fragt ihr euch jetzt sicherlich. Eine vergleichsweise unbekannte aber ziemlich gutaussehende Schauspielerin antworte ich darauf. Ein paar Bilder (lechz)  finden sich hier und hier. Man kennt sie aus filmisches Meilensteinen wie z. B. „The Chronicles Of Riddick“ (nicht ganz schlecht), „Mission Impossible II“ (ganz, ganz schlecht),  „Shade“ (ziemlich gut) oder „The Pursuit Of Happyness“ (hab ich noch nicht gesehen).

Nachdem die gute Mrs. Newton in ihrem BMW X5 vor der Schule ihrer Kinder mit Eiern beworfen wurde, hat sie beschlossen, dass es vielleicht keine schlechte Idee wäre, ein umweltfreundlicheres Auto zu fahren. Und hat sich einen Toyota Prius zugelegt. Soweit, so nachvollziehbar. Das gute Stück verbraucht immerhin nur 5,35 Liter auf hundert Kilometer, wohingegen ein BMW X5 gemäß Angaben von BMW zwischen 8 und 12 Liter schluckt. Wobei die Angabe zum Prius bereits auf der Strasse nachgemessen wurde, also nicht aus dem Hochglanzprospekt von Toyota stammt. Ich vermute, beim BMW kommen noch mal so 2 bis 3 Liter dazu.

Was mir Mrs. Newton jetzt besonders sympathisch macht, ist, dass sie anschließend einen Haufen Celebrity-Freunde angeschrieben hat, um diese zu überreden, sich ebenfalls ein sparsameres Auto zuzulegen. Das bedeutet natürlich erst mal nicht viel. Aber wenn Leute, die pausenlos in den Nachrichten auftauchen, auf einmal mit so einem Auto vorfahren, bringt das vielleicht den einen oder anderen Normalbürger dazu, sich ebenfalls so ein Gefährt zuzulegen. Ein Schneeballeffekt, sozusagen.

Nochmal Moorburg

Veröffentlicht in Energiepolitik am 21. Februar 2008 von stevens1976

Noch ein paar Dinge zum neuen Vattenfall-Kohlekraftwerk in Moorburg. Ich hatte ja schon früher auf einen Artikel hingewiesen, in dem die fragwürdige Leistungsfähigkeit des neuen Kraftwerks näher beleuchtet wird. Vattenfall hat sich im Gegenzug für die Baugenehmigung u. a. dazu verpflichtet, eine „innovative Anlage zur CO2-Abscheidung“ zu installieren. Innovativ klingt ja erst mal sehr beruhigend (nach dem Motto: „Die tun was.“) Heute las ich hier, dass das so beruhigend denn doch noch nicht ist. Eine Vattenfallsprecherin hat bestätigt, dass in Moorburg das „Post Combustion“-Verfahren angewendet werden soll. Dabei wird das CO2 nach der Verbrennung aus dem Rauchgas getrennt (wer technische Details wissen will: CO2-Sequestrierung und Amine). Dies ist die aufwendigste und damit teuerste Variante, um CO2 nicht gleich wieder in die Luft zu blasen.

Mir drängt sich das Gefühl auf, dass wir wieder verarscht werden. Ich halte nicht viel von freiwilligen Selbstverpflichtungen. Das erscheint mir immer wie ein Deckmäntelchen, mit dem vordergründig guter Willen demonstriert wird. Und wenn es nicht klappt, werden bedauernd die Schultern hochgezogen und irgendwelche fadenscheinigen Begründen angeboten. Nun könnte man einwenden, dass Vattenfall sich zur Zahlung einer Strafe bei Nichterfüllung vertraglich verpflichtet hat. Sage und schreibe 10,5 Mio. Euro. Haha. Bei einem Gewinn von 1,6 Mrd. Euro alleine in 2007 bezahlen die das doch aus der Portokasse. Und verkaufen weiter grinsend den auf diese Weise erzeugten Strom.

Danke Ole.

KITT ist ein Solarmobil

Veröffentlicht in Betrachtungen am 19. Februar 2008 von stevens1976

Nee, ehrlich. Im neuen Knight Rider-Film ist KITT ein Ford Mustang mit 550 PS-Solarhybridmotor. Das Ding fährt hauptsächlich mit Solarenergie, der Benzinverbrauch liegt bei 1 Gallone auf 167 Meilen. Das sind umgerechnet 1,4 Liter auf 100 km. Hey, cool, das gibt doch gleich mal den Umweltengel verliehen. Als ich das las war ich zuerst nicht sicher, ob ich lachen oder weinen sollte. Warum haben die nicht Wasserstoff oder irgendwas realistischeres genommen?

Aber überleg mal: Wenn die daraus eine Serie machen (und dafür gibt es wohl Pläne), werden haufenweise Jungs das sehen und vermutlich erst mal glauben. Und wenn die Jungs dann groß werden, wird der eine oder andere vielleicht tatsächlich Physik studieren und irgendwann tatsächlich so ein Auto bauen. Auch wenn das derzeit Riesenblödsinn ist. Aber wieso stehen bei der NASA Modelle der Enterprise? Die Leute, die dort in den letzten Jahren gearbeitet haben, sind doch alle mit Star Trek großgeworden. Das prägt! Warum will die US-Army Kampfanzüge so wie aus Starshiptroopers bauen? (Ich meine das Buch, nicht den dämlichen Film) Das waren alles mal kleine Jungs und Mädchen, die Bauklötze ob solcher Ideen gestaunt haben und das nie wieder vergessen haben. Und die dann als Erwachsene darüber nachdenken, ob das nicht irgendwie zu realisieren ist.

Ok,  ich mochte Knight Rider damals nicht besonders. Ich stand mehr auf Airwolf. Gibt es da eigentlich Überlegungen, einen Kinofilm daraus zu machen? Aber ich glaube, wenn erstmal ein Bewußtsein für eine Sache geschaffen wurde, ist es nur eine Frage der Zeit, bis jemand daherkommt und sagt: „Hey, ich glaube, das könnte tatsächlich funktionieren.“ Und sei es ein Ford Mustang mit Solarantrieb.

Second Life und Verwandte

Veröffentlicht in Betrachtungen am 18. Februar 2008 von stevens1976

Erinnert sich noch jemand an Second Life? Vor einem Jahr war das ja in aller Munde. Jeder und sein Bruder hat sich da angeblich rumgetrieben. Sogar Firmen wie die Postbank, Adidas und natürlich die Bildzeitung haben Webdependancen aufgebaut und versucht, ihre Produkte virtuell zu verscherbeln. Der schnelle Reichtum einiger weniger hat wohl so manchen dahin gelockt.

Was mich daran immer faszinierte war die Idee, einen realen Güter- und Geldkreislauf simulieren zu können. Das ist etwas, was in der Volkswirtschaft in der Realität immer nur vergleichsweise schwer untersucht werden kann. Anders als beispielsweise in der Physik oder Chemie kann man in den Sozialwissenschaften keine richtigen Experimente durchführen. Es ist einfach unmöglich, in, sagen wir, Polen mal eine Hyperinflation zu konstruieren, um dann zu beobachten, welche Auswirkungen das hat. Ich glaube, dass fänden die Polen auch nicht so toll. Man kann immer nur empirische Daten untersuchen, um daraus Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln, die in der nächsten Krise sowieso wieder über den Haufen geworfen werden. Ich glaube, dass Simulationen da ein guter Weg sind, die Empirie wenigstens zu ergänzen.

Der Unterschied zwischen Second Life und der echten Welt ist der, dass man im wahren Leben gezwungen ist Dinge zu tun, die man vielleicht nicht möchte. Ein beschissener Job? Da kündigt man ggf. nicht ohne weiteres wenn Haus, Auto und Familie von dem Geld abhängen. Der Partner nervt? Klar, man kann sich scheiden lassen. Das bedingt aber mindestens nervlichen Streß und vermutlich auch finanzielle Probleme. Man wird im wahren Leben also zu bestimmten Handlungen getrieben, auch, wenn man das vielleicht gar nicht möchte. Das ist etwas, was es bei virtuellen Welten nicht gibt. Dort muss man nicht essen und man muss auch nicht zwangsläufig Geld für Benzin, Miete oder einen HD-Fernseher ausgeben. Kein Zwang. Ich wüsste auch spontan nicht, wie man das in so ein System integrieren sollte. Vielleicht in der Art wie bei „Die Sims“? Wenn man nicht regelmäßig isst, stirbt die Figur? Und wenn man nicht entsprechend auf Toilette geht, explodiert der Avatar?

Jedenfalls, ohne diesen Zwang kriegt man keine realitätsnahes System aufgezogen, in dem man ökonomische Phänomene untersuchen könnte. Ich meine, wenn man lediglich seine Freizeit verblasen möchte, sollte man zu World of Warcraft greifen. Da hat man wenigstens Spaß. Aber einfach nur als Avatar irgendwo rumhängen ohne jedwede Aufgabe? Wo liegt denn da der Sinn?

Gerechtigkeit

Veröffentlicht in Uncategorized am 17. Februar 2008 von stevens1976

Gerechtigkeit ist ein großes Wort. Momentan kocht es ja gerade wieder hoch aufgrund der Steuersparaktionen von Herrn Zumwinkel und dem noch folgenden Rattenschwanz. Gerechtigkeit wird definiert als der „nach moralischen Maßstäben angemessene Ausgleich von Interessen bzw. die angemessene Verteilung von Gütern und Chancen zwischen beteiligten Personen, Gruppen oder innerhalb einer Staatsordnung“.

Aber was heisst denn jetzt Moral? Zitat: „Was ist ein moralisches Empfinden? Es ist die Verfeinerung unseres Selbstbehauptungsinstinkts. Der Instinkt zu überleben macht das Wesen der menschlichen Natur aus, und jeder Aspekt unserer Persönlichkeiten wurzelt in ihm. [...] Aber der Instinkt, zu überleben [...] kann zu Motivationen entwickelt werden, die viel feiner und viel komplexer sind als der blinde, tierische Drang eines Individuums, am Leben zu bleiben.“*

Wenn man diese Aussage als wahr betrachtet, hat Herr Zumwinkel, und all die vielen anderen Steuerbetrüger mit ihm, durchaus moralisch gehandelt, denn er hat mit dem Geld sein überleben gesichert. Ich behaupte einfach mal, dass mit viel Geld das Überleben einfacher fällt als mit wenig Geld. Aber ganz so einfach ist es denn doch nicht. Immerhin bewegen sich alle innerhalb einer Gesellschaft, ohne die das Überleben doch verhältnismäßig schwer fallen würde. Und mit der Wegnahme des Geldes hat er die Gesellschaft geschädigt und allen anderen das Überleben erschwert. Dem einen mehr, dem anderen weniger.

So gesehen kann man eigentlich nur fordern: Steinigt ihn!!! Als mahnendes Beispiel für die großen und kleinen Nachahmer. Aber, wäre das gerecht?
* Heinlein, Robert A. „Starship Troopers“, 6. deutsche Auflage 1990, S. 134

Argumente für die Kohlekraftwerkdiskussion…

Veröffentlicht in Energiepolitik am 16. Februar 2008 von stevens1976

…finden sich heute bei Telepolis. Genauer gesagt, die Diskussion um das neue Vattenfall-Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Demnächst sind ja bekanntlich Wahlen in Hamburg und entsprechend legen sich die Parteien schon mal zurecht, wie man dem Wähler den eigenen Standpunkt schmackhaft machen könnte.

Wenn man sich den Artikel so durchliest, wird das alles ein bisschen fadenscheinig. Warum anstelle eines 800MW-Kraftwerk ein 1.600MW-Kraftwerk gebaut werden soll, macht auf den ersten Blick ja durchaus Sinn. Zumindest, wenn dafür ein altes Kraftwerk ausgeschaltet und der Verbrauch entsprechend zugenommen hat. Aber am Verbrauch hat sich nichts geändert. Und dass das Kraftwerk so viel umweltschonender sein soll, ist auch noch längst nicht sicher.

Ich frage mich sowieso, warum überhaupt noch Kohlekraftwerke gebaut werden. Wie ich früher schon geschrieben habe: Diese Zeiten waren doch eigentlich schon vorbei. Und jetzt kommt das wie die Zombiebande aus „Planet Terror“ wieder an, langsam und stöhnend. Zumal hierzulande, wie im obigen Artikel beschrieben, auch gar kein Mangel an Strom herrscht.

Ich frage mich, was der Senat damit bezwecken will, wenn er eine Verdoppelung der geplanten MW-Leistung bei Vattenfall veranlasst.