Bergbau im Saarland
Das Hamburger Abendblatt berichtet heute über die Nachwirkungen des Grubenbebens in Ensdorf im Saarland vom Wochenende. Wie es aussieht, bleibt der Abbaustop dauerhaft. Entsprechend zittern die umliegenden Kraftwerke schon um ihre Kohlelieferungen. Von den Arbeitnehmern, die dort demnächst ihre Jobs verlieren werden, ganz zu schweigen. Das betrifft direkt wohl 5.000 Beschäftigte, wobei indirekt noch mal 5.000 aus Zulieferbetrieben und abhängigen Unternehmen betroffen sein sollen. Also etwa 10.000 Leute, die sich um neue Jobs kümmern müssen.
Es ist kein Vergnügen, arbeitslos zu sein. Wenn man ein berufliches Profil hat, dass anderweitig benötigt wird, kann man noch von Glück sprechen. Aber was ist mit den tatsächlichen Bergarbeitern? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Jungs in absehbarer Zeit einen neuen Job finden. Ich hoffe, die dortigen Behörden entwickeln ein paar vernünftige Pläne, wie man die Leute einigermaßen schnell und sinnvoll wieder in Lohn und Brot bekommt. Dass das mit einigen persönlichen Einschnitten verbunden ist, braucht man nicht zu diskutieren.
Andererseits freue ich mich aber auch darüber, dass dort keine Kohle mehr gefördert wird. Ein Grund mehr, mit dem dringend nötigen Umbau der Energieversorgung fortzufahren. Von dem CO2, das jetzt nicht mehr in die Luft geblasen wird, will ich gar nicht anfangen. Aber es gibt noch einen Punkt: die Subventionierung des Kohlebergbaus. Die FAZ hat dazu ein paar Zahlen in petto. Demnach sollen zwischen 2009 und 2018 22 Milliarden Euro dafür bereitsgestellt werden. Das ist eine Menge Geld um die Kosten für den Bergbau in Deutschland auf Weltmarktniveau zu drücken. 22 Milliarden Euro Steuergelder. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Während die FAZ von der Förderung des „schwarzen Goldes“ schwärmt, wäre mir lieber, man würde nach vorne sehen und den Zombie „Kohlebergbau“ endlich beerdigen!