Manager sind böse

Ja, wirklich! Erst fährt das Pack Millionengewinne ein und erholt sich vom Streß an exklusiven Orten wie Vaduz in Liechtenstein und dann wollen sie auf dem Altar des Shareholdervalue auch noch ganz viele Arbeitnehmer opfern, sprich entlassen. BMW, Henkel und Siemens machen es gerade vor. Die Dresdner Bank hat das schon längst durchgezogen.

Das schreit natürlich nach einer neuen Job-Debatte und dankbare Politiker greifen das Thema gerade frohgemut auf. Da stellt sich die Frage, was diese Gartenzwerge eigentlich bezwecken wollen? “Du, du, du!!!” rufen in der Hoffnung, ihre Wählerstimmen zu erhalten oder gar neue zu bekommen? Neue Gesetze, die Managern das Reichsein verbieten? Sagen wir, für jeden Entlassenen wird 0,1 Prozent vom Manager-Jahresgehalt kassiert? Das ist doch kurzsichtige Rumflickerei, die rein gar nichts bezwecken wird. Was sagen Sie, Herr Wend? “Wir müssen Anreize setzen, um kurzfristige Spekulationen zu reduzieren.” Wow, Wahnsinn. Das hat Ihr Redenschreiber doch bestimmt als Autotext in Wort hinterlegt, oder? “Wir sollten die Bezahlung von Managern mit Aktienoptionen begrenzen”, fordern Sie weiter. “Zudem müsse überlegt werden, die Spekulationsfrist für Aktien zu verlängern und das Stimmrecht für Aktionäre an die Haltefrist zu knüpfen.” Mensch, Herr Wend, ich bin begeistert. Ehrlich. Und Sie meinen, damit verhindern Sie, dass demnächst grob geschätzt 15.000 Leute ihre Jobs verlieren? Meinen Sie das? Oder sind Sie nur auf Stimmenfang aus? Wissen Sie, was Manager und Politiker gemein haben? Beide denken kurzfristig. Der eine bis zur nächsten Wahl, der andere bis zur nächsten Aktionärsversammlung. Das ist gleichsam systemimmanent. Also, was sind Ihre wahren Motive?

Wenn Sie wirklich etwas ändern wollen, schlage ich als ersten Schritt vor, Sie lesen dieses Buch hier: “Superkapitalismus”, Reich, Robert, Campus Verlag, 2008. Da finden Sie ein paar Antworten, warum das nicht so einfach ist. Und dass Sie mit ein paar halbherzigen Änderungen bezüglich der Aktienoptionen eher nichts ausrichten werden. Alle, die das Buch gerade nicht kaufen können oder wollen, lesen hier eine Rezension. Hier findet sich ein entsprechendes Interview.

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