Manager wollen uns nur ausnutzen

Wir sind wieder bei der Jobdebatte von gestern. Nicht nur der Herr Wend fühlte sich berufen, auch Roland Koch möchte etwas Kritik anmelden. “Was ich der deutschen Wirtschaft vorwerfe, ist, dass sie ihre Kreativität nicht ausreichend nutzt, hier neue Arbeitplätze zu schaffen statt irgendwo auf der Welt”, sagte er der “Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen”. Mensch, Herr Koch, was erwarten Sie eigentlich vom Kapitalismus? Kreativität, um Arbeitsplätze zu schaffen? Was haben Sie eigentlich studiert? Ah, Rechtswissenschaft, spezialisiert auf Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht. Interessant. Sie haben also von Ökonomie nicht so viel Ahnung, nehme ich an.

Warum, Herr Koch, sollte jemand seine Kreativität dazu benützen, in Deutschland Arbeitsplätze zu schaffen? Das macht er nur, wenn er sich etwas davon versprechen kann. Also weil es hier z. B. Fachkräfte gibt, die er nirgendwo sonst günstiger bekommen kann. Ach, wie blöd, Sie haben ja dafür gesorgt, dass in Hessen hohe Studiengebühren erhoben werden. Na, damit kriegen Sie aber keine Fachkräfte ausgebildet. Das Studium kann sich so doch kaum jemand leisten. Ich glaube fast, im juristischen Studiengang wird das Denken in größeren Zusammenhängen nicht gelehrt.

Was motiviert denn einen Manager? Gutes zu tun? Menschen in seinem Land zu helfen? Pünktlich und regelmäßig seine Steuern zu zahlen? Oder sind es eher so Dinge wie Geld zu verdienen und gut zu leben? Und ein Manager verdient logischerweise nur dann Geld, wenn er seiner Firma zu Umsätzen und Gewinnen verhilft. Da ist seine Kreativität gefragt, nirgendwo sonst. Wenn er das nicht täte, wäre seine Firma ganz schnell pleite und er würde von den Aktionären vor die Tür gesetzt.

Ich will nicht bestreiten, dass viele Unternehmer nicht in so absoluten Bahnen denken und vielleicht sogar im Rahmen ihrer Möglichkeiten Dinge für das Gemeinwohl tun. Aber die Aktionäre sind so undankbar. Die wollen einfach nur Geld verdienen. Rendite, Rendite, Rendite…

Traurig, nicht wahr?

Oh, übrigens fand ich diesen Satz sehr schön: “Der Abbau von Arbeitsplätzen wird dann nur noch einseitig gesehen, und das schadet auch der Bereitschaft der Menschen, bestimmte politische Prozesse zu akzeptieren, die der Wirtschaft helfen.” Klingt gut. Meinen Sie sowas wie das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen?

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