Archiv für März, 2008

„Volt“ ihr den?

Veröffentlicht in Peak-Oil mit Tags , , , , , , am 15. März 2008 von stevens1976

Chevy Volt Concept

Ich gebe zu, ich finde bullige Kraftmaschinen nicht schlecht. Das muß wohl doch irgendwelche männlichen Instinkte ansprechen (wer grinst da?). Insofern gefällt mir der Chevy Volt ziemlich gut. Bin heute auf das gute Stück gestossen. Ein paar Informationen finden sich hier und hier. Noch ein paar Bilder finden sich hier.

160 PS soll er haben, was ich ganz ausreichend finde. Hoffentlich wird das gute Stück nicht zu schwer, sonst verpufft das ja gleich wieder. Die Reichweite soll bis zu 60 Kilometer betragen, danach springt ein Generator an und lädt die Akkus wieder auf. Mit einem 55-Liter-Tank soll man so bis zu 1.000 Kilometer weit kommen. Und man kann das Teil auch abends an die Steckdose hängen.

Gemäß Artikel des Hamburger Abendblatts soll das Geschoss etwa 2010 vom Band rollen. Kurz danach auch als Opel Variante in Europa. Kostenpunkt etwa bei 23.000 Euro. Das ist ein bisschen teurer als der Think City, sieht aber auch mehr nach Auto aus.

Falls jemand von GM ein Problem damit hat, dass ich das Bild hier zeige, möge er mir eine kurze Nachricht schicken, ich entferne das dann umgehend.

Ein paar Worte zum Mindestlohn…

Veröffentlicht in Betrachtungen am 13. März 2008 von stevens1976

der wird ja derzeit heiß diskutiert. Viele Arbeitnehmer wollen ihn, die Arbeitgeber wollen ihn nicht. Verständlich. Gehen wir mal sachlich an die Geschichte heran.

Es gibt in der Ökonomie etwas, das nennt sich Konsumquote. Das ist der Teil eines Einkommens, der für Konsumausgaben verwendet wird. Sagen wir mal, ein beliebiger Arbeiter bekommt 1.500 Euro Lohn pro Monat ausbezahlt. Davon gibt er 1.200 Euro im Laufe des Monats wieder aus, für Miete, PKW, Kleidung, Nahrung, Schulgeld usw. Dann beträgt seine Konsumquote 1.200/1.500 = 0,8. Die restlichen 300 Euro trägt er auf sein Sparkonto. 300 geteilt durch 1.500 ist gleich 0,2 – das ist die sogenannte Sparquote (Konsumquote und Sparquote zusammengenommen ergeben immer 1). Der Konsum ist ja bekanntlich das, was die Wirtschaft am Laufen hält. Je mehr man also für Konsumgüter wie z. B. DVD-Player, Fernseher, Prada-Handtasche oder neue Möbel von Ikea ausgibt, umso mehr freut das die Wirtschaft. Der Witz dabei ist folgender: Je weniger Geld man hat, desto höher ist die Konsumquote. Die Dinge, die man zum täglichen Leben braucht, werden ja nicht billiger, wenn man weniger Geld hat. Jemand, der wenig Geld verdient, ist so damit beschäftigt, über die Runden zu kommen, dass er kaum etwas ansparen kann. Verdient man hingegen vergleichsweise viel Geld, ist die Konsumquote klein. Ganz einfach darum, weil man früher oder später alles hat. Und dann verhältnismäßig wenig Geld für neue Sachen ausgeben muß. Laut Spiegelartikel „Top-Manager steigern erneut ihre Gehälter“ verdiente die deutschen Topmanager 2007 im Schnitt knapp 2,9 Mio. Euro. Da fallen ein paar Euro z. B. für einen neuen BMW X3 doch überhaupt nicht ins Gewicht.

Was hat das jetzt mit dem Mindestlohn zu tun? Ich schrieb ja gestern, dass viele Exporteure fürchten, dass die ausländische Nachfrage nach hier gefertigten Gütern nachlässt. Und dass das beste Mittel dagegen eine steigende Binnennachfrage sei. Die kann die Nachfrageausfälle kompensieren. Wenn man nun ein bisschen soziale Umverteilung vornimmt und z. B. den vielen, vielen Leuten mit einer niedrigen Konsumquote etwas mehr Geld zukommen lässt, geben die das Mehr an Einkommen freudestrahlend bei Mediamarkt oder Rewe oder Ford wieder aus. Wenn wir nochmal die Konsumquote von 0,8 bemühen: Angenommen der Arbeiter verdient keine 1.500 Euro mehr sondern 2.000 Euro netto bei gleichbleibender Konsumquote. Dann gibt der Mensch nicht 1.300 Euro aus sondern 1.600 Euro.

Und dann hätten wir endlich mal wieder eine Binnenkonjunktur, die sich gewaschen hat.

Der Euro, der Euro…

Veröffentlicht in Betrachtungen am 12. März 2008 von stevens1976

macht nicht das, was er soll. Niedrig soll er sein, niedrig! Wegen der Exporte doch! Ich hab mir heute mal die Im- und Exportzahlen der letzten acht Jahre angeschaut (falls sich jemand wundert: ja, ich hatte heute nicht so viel zu tun…). Interessante Materie. Von 2000 bis 2007 ist der Anteil der Exporte gemessen am Bruttoinlandsprodukt (das ist die Summe aller in hier produzierten Güter und Dienstleistungen) von 29% auf 40% geklettert. Es wurden also zunehmend mehr Güter und Dienstleistungen ins Ausland verkauft. Die Importe dagegen sind nicht so schnell gewachsen (gemessen am BIP von 26% auf 32%). Das beweist zum einen, dass Hans-Werner Sinn zumindest teilweise unrecht hat (das war jetzt was für Insider, ich sage nur „Basarökonomie„). Sinn behauptet nämlich, in den Fabriken hier würden bald nur noch Teile aus Indien eingekauft, zusammengebaut und ein „Made in Germany“ draufgepappt. Die Wertschöpfung würde derweil ganz woanders stattfinden. Das kann so nicht stimmen, dieweil ja offensichtlich in Deutschland zunehmend mehr produziert wird. Falls dem nicht so wäre, würden die Importe genau so schnell wie die Exporte wachsen. Man muß also auch einem Institutschef nicht alles glauben.

Aber jetzt geraten wir Europäer natürlich in die Bredouille. Wenn der Euro immer teurer wird, ist es umso schwerer, Produkte auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Ich vermute, dass ist unseren amerikanischen Freunden ganz recht so, weil ein schwacher Dollar natürlich die amerikanische Wirtschaft ankurbelt. Dann können DIE nämlich mehr Güter auf dem Weltmark verkaufen. Na, vielleicht kriegen die ihr Außenhandelsdefizit dadurch mal ein bisschen glattgezogen…

Mein Vorschlag dazu lautet: Lohnerhöhungen für europäische Arbeitnehmer! Und ich sag das jetzt nicht nur, weil ich mehr Geld verdienen will. Der springende Punkt ist: einer muß die nicht nachgefragten Güter ja kaufen. Und wenn unsereiner sich keine neuen VW Golf leisten kann, dann bleibt VW eben auf den Mühlen sitzen. Kurbeln wir doch zur Abwechslung mal wieder die Binnennachfrage an! Wurde ja schon lange nicht mehr gemacht. Natürlich könnte die EZB auch noch mal ein paar hundert Milliarden Euro auf die Geldmärkte pumpen. Das würde den Wechselkurs etwas drücken. Aber damit ginge auch die Preisstabilität flöten (das ist etwas, dass die EZB überhaupt nicht mag). Wie wäre es denn anstelle dessen mal mit ein paar Steuererleichterungen für Geringverdiener? Die kaufen sich dann vielleicht endlich den neuen Kühlschrank, den sie sich bisher nicht leisten konnten. Und das würde Siemens furchtbar freuen, da bin ich mir sicher. Na, wie siehts aus?

Der Loremo

Veröffentlicht in Uncategorized am 11. März 2008 von stevens1976

Man hat ja im letzten Jahr mehrfach über ihn berichtet. Den Loremo. Für die, die das gute Stück noch nicht kennen: es handelt sich dabei um ein Auto, das nach bestimmten Prinzipien gefertigt wird. Äußerst geringer Luftwiderstand, niedriges Gewicht und dadurch kleinstmöglicher Verbrauch. 2,0 Liter auf 100 Kilometer sind das Ziel. Und natürlich ein bezahlbarer Preis. Das Aussehen ist natürlich Geschmackssache, aber ich finde ihn recht stylisch. Und besonders gut finde ich, dass es den Wagen auch mit Elektromotor geben soll. Das hat zwei Gründe.

Erstens: Die Ölpreise sind (mal wieder) gestiegen. 109,20$ pro Barrel. Das ist historischer Höchststand. Nicht schlecht, zumindest für die Spekulanten und die ölfördernden Unternehmen. Ganz schlecht für die Leute, die morgens mit Auto zur Arbeit müssen.

Zweitens: Biosprit ist offensichtlich nicht das Heilmittel. Der Spiegel berichtet heute über Studien, die festgestellt haben, dass durch die verwendeten Düngemittel die Mündung des Mississippi praktisch leblos ist (Biosprit-Produktion: Wissenschaftler warnen vor Öko-Katastrophe). Schuld daran sind die Algen, die durch die Düngemittel zu extremem Wachstum getrieben werden und dadurch dem Wasser jeglichen Sauerstoff entziehen. Weiterhin ergibt sich durch den Dünger häuftig auch eine negative Ökobilanz. Und jeder Quadratmeter Land, der zur Biospriterzeugung verwendet wird, kann nicht für Nahrungsmittel genutzt werden.

Wie man es auch anstellt, Treibstoff scheint schlecht für die Umwelt zu sein. Von daher brauchen wir mehr Elektromobile. Oder meinetwegen auch Wasserstoffantriebe.

Elektroautos

Veröffentlicht in Peak-Oil am 10. März 2008 von stevens1976

Ich las gerade einen interessanten Artikel über den „Think City“ (Fjord – die tun was), das wohl erste in Serie gebaute Elektroauto. Zugegeben, es sieht eigentlich nicht aus wie ein richtiges Auto. Aber das könnte man auch über den Smart sagen und an den hat man sich mittlerweile gewöhnt. Für den Stadtverkehr ist das wohl eine gute Wahl. Weniger Parkplatzprobleme als mit einem BMW X3, die Batterien reichen bis zu 180 km weit und man kann über die Benzinpreise lachen. So weit so gut.

Was mich ein bisschen stört ist der hohe Kaufpreis. Der Hersteller Think Global will um die 20.000 Euro haben. Das muß man mal vergleichen. Z. B. mit einem Toyota Aygo. Beide sind ungefähr gleich groß (Think City: 3,1 m lang, 1,6 m breit; Aygo: 3,4 m lang, 1,6 m breit), der Aygo wiegt aber rund 400 Kilo weniger. Die Batterien beim Think City schlagen hier halt kräftig zu Buche. Der Aygo kostet rund 10.000 Euro. Mit irgendwelchen Extras natürlich mehr, aber das lassen wir mal außen vor. Die Kaufpreisdifferenz beträgt also rund 10.000 Euro. Zur Vereinfachung lassen wir auch mal Steuern und Versicherungen weg.

Bei einem Spritpreis von angenommenen 1,50 Euro pro Liter und einem durchschnittlichen Verbrauch von 5,5 Litern pro 100 Kilometern innerorts (man muß auch die Einsatzorte gleichhalten) kommt man mit den 10.000 Euro Differenz immerhin 12.100 km weit. Wenn man lediglich zur Arbeit und zum Einkaufen fährt reicht das ungefähr ein bis eineinhalb Jahre, würde ich sagen.

Ich vermute mal, der Think City wird, wenn die Produktion richtig angelaufen ist, noch ein paar Euro günstiger. Der Spritpreis hingegen wird eher nicht mehr fallen, sondern künftig noch höher. Das heißt, der Break Even wird noch früher erreicht. Natürlich kostet der Strom ebenfalls Geld. Leider gibt es zu wenige Daten auf der Homepage, um das genauer berechnen zu können.

Ich denke, wenn es das gute Stück irgendwann 2009 in D zu kaufen gibt, sollte man die Rechnung nochmal mit den dann aktuellen Daten aufmachen. Ich vermute stark, das rechnet sich!