Archiv für April, 2008

Wegwerf-Handys?

Veröffentlicht in Betrachtungen am 13. April 2008 von stevens1976

Vom Handyweitwurf habe ich ja schon gehört. Mit einigen Geräten, die ich besessen habe, hätte ich daran auch gerne teilgenommen. In USA (wo auch sonst?) gibt es seit geraumer Zeit Einweg-Handys. Man kauft so ein Ding und wenn das Guthaben abtelefoniert ist, fliegt es auf den Müll. Hier ist ein Link zum Hersteller Hop-On. Heute wurde bekanntgegeben, dass ein nicht genannter Auftraggeber 10.000 Stück für Deutschland zum Testen geordert hat.

Ich frag mich ernsthaft, wozu so ein Ding gut sein soll. Ständig eine neue Telefonnummer, die man dem großen Bekanntenkreis jeweils mitteilen muß. Man sieht nicht, wer einen anruft, weil das Ding kein Display hat. Keine herunterladbaren Klingeltöne und eingebauten Digicams! Das ist für manche Benutzer das Wichtigste überhaupt (ich begegne denen immer wieder in der Bahn).

Mal abgesehen davon, dass die Biester die Müllberge auch nicht kleiner machen. Oh, Moment, was schreibt der Hersteller? „The lack of contracts make Hop-on’s disposable phone an affordable option for the credit challenged and the environmentally conscious will be happy to know that the disposable phone is easily recycled for a rebate reward from Hop-on.“ Credit challenged? Umgangssprachlich würde ich das mit „die finanziell Herausgeforderten“ übersetzen. Sind das die Leute, die im Lauf der letzten Monate ihre Hauskreditraten nicht mehr bezahlen konnten? Zugegeben, der Markt ist RIESIG. Und das Gerät ist recyclebar? Na, dann…

Geiler Schlitten – Aber wer kauft das?

Veröffentlicht in Peak-Oil am 7. April 2008 von stevens1976

Ich las heute, dass der Tesla-Roadster ab dem dritten Quartal 2009 auch offiziell in Europa erhältlich sein soll. Das kleine Schmuckstück wird von einem Elektromotor mit 285PS angetrieben, hat eine Reichweite von ungefähr 350km und beschleunigt mal eben in 4 Sekunden von 0 auf 100. Die Energie wird in genau 6.831 Akkus gespeichert, die sonst in Laptops verbaut werden. Das Auto sieht übrigens deshalb einem Lotus Elise so ähnlich, weil Lotus am Design beteiligt war und auch die Karosserie anfertigt. (Danke an Wikipedia für diese Informationen).

Blöd ist allerdings, dass der Roadster in USA knapp 100.000 Dollar kostet und hier in Europa 100.000 Euro. Mal abgesehen davon, dass 100.000 Euro derzeit beim besten Willen nicht 100.000 Dollar entsprechen, frage ich mich, wer das kauft? Interessiert sich jemand, der 100.000 Euro/Dollar für ein Auto ausgibt, wirklich dafür, was der Treibstoff kostet? Dem kann doch schnurzegal egal, ob er für 60 Euro Benzin tankt oder 9 Euro für einmal aufladen bezahlt. Das sieht man doch an den ganzen SUV, die durch die Gegend schippern.

Aber es scheint zu funktionieren. Tesla behauptet, die gesamte Produktion von 2008 sei bereits verkauft. Da interessiert mich wirklich brennend, wer die Kundschaft ist. Reiche Early-Adopters mit Umweltbewußtsein?

Solartaugliche Dächer

Veröffentlicht in Energiepolitik am 6. April 2008 von stevens1976

Ich hatte ja schon mal darüber berichtet, dass man in Marburg darüber nachdenkt, die Hausbesitzer zur Installation einer Solaranlage zu zwingen. Ich finds gut. Wenn ich Hausbesitzer wäre, müsste mich keiner dazu zwingen. Wie das staatsrechtlich aussieht, muß man natürlich diskutieren. Immerhin ist das ein massiver Eingriff in die Privatsphäre. Und ich wette, es gibt genügend Idioten, die damit sofort zum Verfassungsgerichtet rennen. Nur aus Prinzip.

In Osnabrück hat man bezüglich der Solaranlagen eine hübsche Idee gehabt. Man hat per Flugzeug die gesamte Stadt gescannt und aus diesen Daten die Ausrichtung und Neigung aller Dachflächen berechnet. Anschließend wurde simuliert, wie hoch die Sonneneinstrahlung für jedes Dach ist und das Ganze auf einer Karte eingetragen. Jetzt kann jeder Hausbesitzer in Osnabrück sehen, ob es sich lohnt, sein Dach mit einer Solaranlage auszurüsten.

Vielleicht sollte Marburg das auch machen. Dann hätte man Argumente in der Hand und könnte jedem Hausbesitzer ausrechnen, was er an seiner Solaranlage verdienen könnte. Ihm oder ihr gewissermassen eine Mohrrübe vor die Nase hängen. Mein Tipp: Mal mit der Universität Osnabrück reden, die haben schonmal solche Daten berechnet und Simulationen durchgeführt.

Die Daten für Osnabrück finden sich übrigens hier: http://geodaten.osnabrueck.de/website/SunArea/viewer.htm

Der Flughafen, äh, äh, Hauptbahnhof, äh, Transrapid…

Veröffentlicht in Betrachtungen am 5. April 2008 von stevens1976

Wer erinnert sich noch an die wunderbare Rede des Herrn Stoiber bezüglich der Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Flughafen? Ich könnte mich jedesmal kaputtschmeißen, wenn ich das höre. Fantastisch… Aber er hatte nicht unrecht. Man braucht mal eben runde 45 Minuten, wenn man vom Flughafen in die Stadt, ich durfte das diese Woche wieder erfahren. Da wäre mir der Transrapid nicht ungelegen gekommen. Vor dem Terminal am Münchner Flughafen fand ich dann das hier:

Ein schickes 1:1-Modell. Ich finde es ja schade, dass der jetzt nicht gebaut wird. Da hat man sich wohl von den Baukosten her „ein wenig“ verschätzt. Aber das ist ja immer so.

Ich hätte es gerne gesehen, dass so ein Ding auch nach D kommt, es zeigt, dass man selbst auch bereit ist, etwas einzusetzen, bevor man es in aller Herren Länder zu verkaufen versucht. Es wäre ein Signal gewesen, dass man von den eigenen Produkten überzeugt ist. Und jetzt wird man nicht herausfinden, was für ein Potential vielleicht noch im Transrapid schlummert. Schade, Chance vertan.