Ich fand gestern eine interessante Studie über den CO2-Ausstoß von Atomkraftwerken. Natürlich wird der eine oder andere jetzt einwenden: „Atomkraftwerke stoßen überhaupt keine CO2 aus!!!“Äh, doch, tun sie! Nicht direkt, sondern indirekt. Durch den Abbau und die Aufbereitung von Uran zu Brennstäben, den entsprechenden Transport, den Bau des Werks (Beton, Stahl, Kupfer) usw. Die Studie betrachtet dabei den gesamten Lebenszyklus des AKWs, nicht nur die Stromerzeugung allein. Untersucht wurden dabei die direkten Wirkungen aus den Prozessen, die indirekten Wirkungen der Hilfsinputs und die indirekten Wirkungen durch die Herstellung von Materialien, die zum Bau verwendet werden. Diese drei Wirkungen entstehen dabei nicht nacheinander, sondern sind auch miteinander verknüpft.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass pro im AKW erzeugter Kilowattstunde in Deutschland ein CO2-Ausstoß von 32g entsteht. In Frankreich sind es lediglich 8g, in Russland hingegen 65g. Die USA liegen bei 61g. Das ist natürlich vergleichsweise wenig, wenn man das Ergebnis für Braunkohlekraftwerke i. H. v. 1.153g/KWh danebenlegt. Ein Offshore-Windkraftpark liegt übrigens bei 23g/KWh. Diese Werte beinhalten übrigens auch andere Treibhausgase, die als CO2-Äquivalente umgerechnet wurden.
Der letzte Abschnitt der Studie befasst sich mit den Treibhausgas-Vermeidungskosten. Das sind die Kosten für den Aufwand, der entsteht, wenn man die Treibhausgase wirksam bekämpfen will, die Kraftwerke ausstoßen. Dabei zeigt sich, dass erneuerbare Energien wettbewerbsfähiger sind als Atomstrom.
Man kann wohl davon ausgehen, dass die CO2-Emissionen von erneuerbaren Energien künftig weiter sinken, wenn weitere Teile der Prozesskette eben auf erneuerbare Energien umschwenken.